Donnerstagsdiskussion

Im Semester diskutieren wir regelmäßig Donnerstags ab 19 Uhr im Raum SR 405 aktuelle Themen Rund um Geschäft und Gewalt in Deutschland und dem Rest des kapitalistisch organisierten Erdenrunds.

29.7.2017:

Lehren aus dem Superwahljahr 2017

Wählen ist verkehrt

Über das hohe Gut der demokratischen Wahl machen sich die meisten Wähler nichts vor. Sie gehen davon aus, dass ihre Stimme nicht all zu viel bewegt, aber allemal dafür gut ist, das ‚kleinere Übel‘ zu wählen. Diese zwieschlächtige Stellung zur Wahl lebt im diesjährigen Superwahljahr und angesichts von Trump, dem Brexit und rechten Populisten wie der AfD in einer besonderen Weise hoch. In solch bewegten Zeiten gilt die Wahl anständigen Bürgern als eine verantwortungsvolle Pflicht, ‚die Richtigen‘ zu wählen, um ‚die Falschen‘ zu verhindern. Über das Gewicht seiner Stimme macht so jemand sich immer noch nichts vor, aber dringt auf die Verantwortung, rechte Parteien und populistische Rechte zu verhindern. Die für dieses Anliegen wählbaren Alternativen, CDU, SPD, FDP, Die Grünen und Die Linke mögen einem Wähler schmecken oder nicht, zur Verhinderung eines rechten ‚Irrwegs‘ der Nation sind sie allemal zu gebrauchen.

Dieses Wählerbewusstsein täuscht sich in jeder Hinsicht: in Bezug auf den Grund und Zweck sowie den wirklichen Ertrag der Wahl und damit auch in Hinblick auf die tatsächliche Leistung seines Kreuzes, dem man wirklich nicht nachsagen kann, dass es wenig oder gar nichts bewirkt…